1. Überblick:

  • Schaut euch dieses Video an und konzentriert euch aber auf die Zeit ab 3:16
  • Macht euch kurze Notizen: von welcher Seite wird versucht, die Probleme zu lösen (und wie)? In welcher Form versuchen die Arbeiter, ihre Interessen in der Politik durchzusetzen? Wie reagiert die Regierung auf die Wahlerfolge der SPD?

2. Selbsthilfe der Arbeiter:

  • Welches sind laut dem Video die wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften?
  • Bitte bearbeitet im Buch auf S. 117/A3+A4, macht euch dazu Notizen und vergleicht eure Ergebnisse dann mit dem Erwartungshorizont:
Aufgabe 3:

  • Lassalle fordert die Organisation der Arbeiterschaft in einer eigenen Partei (Allgemeiner deutscher Arbeiterverein),
  • um auf legalem und friedlichem Weg, aber mittels „unermüdliche[r], unablässige[r] Agitation für die Einführung des allgemeinen und direkten Wahlrechts in allen deutschen Ländern“, zu kämpfen (vgl. Zeile 2–5).
  • Je mehr Arbeiter sich zusammenschließen, desto größer wird ihre Macht sein.
  • In den Parlamenten kann sich die Arbeiterpartei für gesetzliche Verbesserungen einsetzen.
  • Auch die Gewerkschaften fordern von den Arbeitern, sich zusammenzuschließen.
  • Im Gegensatz zu dem von Lassalle angestrebten Weg über die Öffentlichkeit und Politik sowie über Wahlen und Parlamente, ziehen sie die direkte Auseinandersetzung mit den Unternehmern vor.
  • Durch Verhandlungen und Streiks, an denen sich möglichst viele Arbeiter eines Gewerbezweigs beteiligen, sollen die Arbeitsverhältnisse direkt verändert werden

Aufgabe 4:

  • Die Sorge großer Teile des Bürgertums erschien deshalb begründet, da zu den Forderungen der Sozialdemokratie die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln gehörte. Das verstand man als eine grundsätzliche Ablehnung von Privateigentum, über das man im Bürgertum in mehr oder weniger großem Umfang aber selbstverständlich verfügte. Insbesondere Fabrikanten und Bankiers sahen sich durch die Forderung der SPD nach Enteignung der Unternehmen bedroht, wie sie im Sozialismus und Kommunismus angestrebt wurde.
  • Ein verbesserter Arbeitsschutz oder das Verbot von schädlicher Kinder- und Frauenarbeit lehnten viele Besitzbürger ab, weil sie finanzielle Verluste fürchteten.
  • Besorgt waren viele Bürger darüber hinaus wegen der Drohung mit einer gewaltsamen Revolution. Durch die Forderung nach einem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht fürchtete das Bürgertum zudem einen Verlust von Macht und Einfluss. In Preußen bspw. herrschte auf Landesebene noch das Drei-Klassen-Wahlrecht, durch das das Bürgertum bevorzugt wurde.
  • Zudem sahen sich die Regierungen durch die SPD auch deshalb bedroht, da die angekündigte Revolution zur Umwälzung der bestehenden Herrschaftsverhältnisse führen sollte und zu einer Entmachtung der Fürsten wie in den Revolutionen in Frankreich oder in Deutschland (1789, 1830, 1848).

3. Kirche:

  • Bitte bearbeitet nun auf S. 115/A2
  • Macht euch auch dazu Notizen und vergleicht diese mit der Musterlösung hier unten:
  • Ketteler engagierte sich in der Sozialen Frage, weil er die Not der Arbeiterschaft erkannte.
  • Deshalb forderte er höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten und angemessene Ruhepausen für die Arbeitenden.
  • Kinderarbeit sollte verboten werden.
  • Da er erkannte, dass die meisten Unternehmer nicht freiwillig auf diese Forderungen eingehen würden, förderte er den Zusammenschluss der Arbeitenden und trat für ihr Recht ein, für bessere Arbeitsbedingungen durch Streiks kämpfen zu können.
  • Kolping kümmerte sich um junge Handwerker, für die es im 19. Jahrhundert noch üblich war, sich nach der Lehrzeit auf Wanderschaft zu begeben.
  • Damit sie nicht verwahrlosen, boten ihnen die in immer mehr Städten entstehenden Gesellenvereine ein sinnvolles Freizeit- und Bildungsangebot.
  • So konnten Geistliche entsprechend ihrer christlichen Vorstellungen Einfluss auf die jungen Männer nehmen.

4. Liberalismus:

  • Schaut nochmal nach (Hefteintrag), welches die wichtigsten Ideen des Liberalismus sind und überlegt davon ausgehend, worin Liberale damals die Lösung der Problem der Arbeiter sehen mussten:
  • Auch hier: bitte notiert stichpunktartig eure Gedanken (Die Lösung kommt im Hefteintrag!)

5. Unternehmer und der Staat:

  • Viele Leute sind überrascht, wenn sie erfahren, dass auch Unternehmer sich um die Lösung der sozialen Frage bemühten – überlege, welche Argumente aus Sicht eines damaligen Unternehmers für die Unterstützung seiner Arbeiter sprachen und in welcher Form diese erfolgen konnte.
  • Vergleicht das Ergebnis dieser Überlegungen mit S. 115/Info3, M3 und Info 4 – welche Maßnahmen werden tw. ergriffen und wann und in welcher Hinsicht wird der Staat aktiv?
  • Die wichtigsten Ergebnisse finden sich im Hefteintrag!

6. Hefteintrag:

  • Lade den Hefteintrag  HE_Loesungen herunter und kopiere ihn in dein Heft (handschriftlich!)
  • Markiere die Grundwissensdefinition wie immer grün

… unf falls noch genug Zeit ist …

  • Für heute habt ihr es geschafft – und hier zur Warnung noch ein Beispiel dafür, dass auch heute noch nicht überall die soziale Frage gelöst ist … und die Maßnahmen zu ihrer Lösung durchaus unkonventionell sein können!